Liestal
Andreas Rüegg: «Sehe mich nicht als Künstler»
«Mensch – Raum – Lichtverhältnisse: Diese drei Grundpfeiler bestimmten das Arbeiten von Rolf G. Otto, meinem Chef. Für mich war er mein Lehrmeister, dem ich viel verdanke. Anfänglich war ich eher sein ‹Zudiener›. Relativ rasch konnte ich mich davon lösen und meine eigenen Ideen umsetzen. Der Chef gewährte mir diese Freiheit, was ich sehr schätze. Er war ein Künstler durch und durch. Ich selber sehe mich nicht als Künstler, wobei meine Frau immer wieder betont, dass ich einer sei … Die Architektur ist natürlich nahe bei der Kunst beheimatet. Den Begriff ‹Schönheit› verwende ich nicht gerne, ich rede lieber von guter Architektur. Schöne Architektur entsteht, wenn sie gut ist. Das ist für mich eine Frage der Ästhetik. Es gibt nämlich auch die zu schöne Architektur. Wenn beispielsweise Blumenkisten mit Geranien auf Fenstersimse gestellt werden, kann das gemütlich aussehen, aber auch leicht kitschig wirken.
Jungen Architektinnen und Architekten empfehle ich, ehrlich und aufrichtig mit sich selber zu bleiben und ihr Handwerk fachmännisch und zugleich fantasievoll auszuführen. So können sie ihre Pläne in guten Bauten verwirklichen. Die Jungen sollen sich nicht scheuen, die eigene Arbeit, seien es Neu-, An- oder Umbauten, bis zum Ende Schritt für Schritt durchzudenken und zu vertiefen. Nur so kann sich gute Architektur weiterentwickeln.»






