AboInterview
«Unser bauliches Erbe ist in Gefahr»
Denkmalpflegerin Sabine Sommerer zum Tag des Denkmals in Sissach
Am Samstag begeht das Baselbiet in Sissach den «Europäischen Tag des Denkmals». Warum die Wahl auf den Bezirkshauptort fiel, erklärt Sabine Sommerer im Interview. Die kantonale Denkmalpflegerin sieht beim Umgang mit dem baulichen Erbe nicht nur in Sissach Handlungsbedarf.
Der diesjährige Tag des Denkmals steht unter dem Motto «In Gefahr?». Was ist im Baselbiet derzeit in Gefahr?
Sabine Sommerer: Nach dieser Hitzeund Trockenheitsperiode ist man geneigt zu sagen, dass wir als Menschheit in Gefahr sind. Wir leben über unsere Verhältnisse und auf Kosten unserer Mitwelt. Aber das Motto der Europäischen Denkmaltage bezieht sich auf unser bauliches Erbe, und hier sehe ich zum Beispiel die Nachkriegsbauten in Gefahr: Gebäude, die oftmals als belanglos oder unschön betrachtet oder die nicht gesehen werden. Das sind Häuser, die nach 1970 erstellt und deshalb denkmalpflegerisch im Baselbiet noch nicht erfasst worden sind. Die von 1970 bis 1990 erbauten Häuser kommen in einen Sanierungszyklus. Jetzt ist entscheidend, die wesentlichen Zeitzeugen zu kennen. Gebäude zu erhalten, zu sanieren und weiterzubauen, ist auch im Sinne der Kreislaufwirtschaft und schont Ressourcen.
So geht es weiter
Im Interview sagt Sabine Sommerer, welche Nachkriegsbauten sie in Gefahr sieht, wie es mit dem Gutachten zur «Tschudy-Villa» weitergeht – und was sie sich für das Tobler-Areal wünscht.
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