Oberbaselbiet 23° · sonnigE-PaperAppAboMitmachenAnmelden
Volksstimme — Die Zeitung für das Oberbaselbiet

Solothurn

Wisent-Stier verletzt Ranger

Normalerweise reagieren Wisente gegenüber Menschen nicht aggressiv.Bild zvg / Projekt Wisent-Thal

Nach Angriff im Testgehege musste er ins Spital

. Ein Wisent-Stier hat am Montagnachmittag im Gehege im solothurnischen Welschenrohr einen Ranger überrannt und verletzt. Die Rega flog den Verletzten ins Spital. Der erfahrene Ranger wollte den Wisent-Stier vertreiben und näherte sich dem Tier bis auf ein bis zwei Meter, wie der Verein Wisent im Thal am Dienstag mitteilte.

Dabei habe der Ranger den in den Verhaltensregeln festgelegten Mindestabstand unterschritten. Der Stier sei nicht zurückgewichen, habe sich bedrängt gefühlt. Bei einem Befreiungsmanöver aus der Situation habe der Wisent-Stier den Ranger umgestossen.

Der Verein schrieb in der Medienmitteilung, dass Wisente gegenüber Menschen normalerweise nicht aggressiv reagieren. Auch bei diesem Unfall habe es sich nicht um einen gezielten Angriff, sondern um eine Fehleinschätzung des Rangers und ein folgendes Abwehrverhalten des bedrängten Tiers gehandelt. Mit der Testherde untersuchen die Verantwortlichen seit dem Jahr 2022 und noch bis 2027, ob der im Mittelalter hierzulande ausgerottete Wisent wieder als Wildtier im Jura tragbar ist.

Das rund 100 Hektaren grosse, eingezäunte Testgelände auf der Sollmatt gehört der Bürgergemeinde Solothurn und dem verunfallten Ranger selbst. Trotz des Versuchs läuft die land- und forstwirtschaftliche Nutzung weiter, und die Öffentlichkeit kann das Areal weiterhin uneingeschränkt betreten, wie es hiess.

Mehr zum Thema

Aus der neusten Ausgabe · Nr. 104

Zur Startseite →